Artgerechte Kaninchenhaltung

Was bedeutet es, wenn man sein Kaninchen artgerecht halten will?

Um diese Frage zu klären, muss man zunächst einmal wissen, wie Kaninchen in freier Wildbahn leben.

  • Sie leben in der Sippe.

  • Es gehören Rangordnungskämpfe dazu.

  • Das Graben von Höhlensystemen; ein wichtiger Bestandteil für`s Überleben,

  • genauso, wie die Futtersuche

  • Paarung und Aufzucht runden das Kaninchenleben ab.

Die Heimtierhaltung von Kaninchen ist eine Aufgabe, die mit sehr viel Verantwortung des Halters einher geht, denn Kaninchen werden bis zu 10 Jahren alt. Das Kaninchen ist uns ausgeliefert, hat nicht die Möglichkeit, die Lebenssituation aus eigener Kraft zu ändern (wie die meisten anderen Tiere auch). Lebt es eingesperrt und allein in einem Käfig, muss es dies erdulden. Es ist unsere Pflicht, sich bei der Haltung von Kaninchen an die ursprüngliche Lebensweise zu orientieren und ein Stück naturnahen Lebensraum für sie nachzubilden.

Artgerecht ist es nicht, Kaninchen in Käfigen zu halten, ihnen ein Stündchen Freilauf zu gewähren, ein Knabberholz zum Nagen in die Schale zu legen und weil man im Internet oft liest, dass man Kaninchen nicht alleine halten darf, setzt man noch eins hinzu. Die Ansätze an sich sind gut – aber mit artgerechter Haltung hat das noch lange nichts zu tun. Diese Internetseite macht darauf aufmerksam, wie man Kaninchen artgerecht halten kann – auch in der Wohnung!

Missverständnis aus dem Weg geräumt:

Es gibt einen Unterschied zwischen Wildkaninchen (von dem das Hauskaninchen abstammt) und dem Feldhasen. Sie sehen sich einander ähnlich, jedoch unterscheiden sie sich in ihrer Chromosomenzahl , in ihrem Sozialverhalten (Hasen sind Einzelgänger, Wildkaninchen nicht!) und Statur. Unser Haus – und Hof - Kaninchen stammt von dem Wildkaninchen ab – nicht von den Hasen. Das Kaninchen ist deshalb ein Sippentier und kein Einzelgänger.


 

die ACHT Grundbedürfnisse von Kaninchen


 

Bei diesem Begriff denkt man zuerst an eine geschützte Behausung, an Nahrung und Schlaf. Das ist auch richtig, aber genauso wie ein Mensch braucht auch ein Tier ein erfülltes und damit lebenswertes Leben und das bedeutet, dass es um mehr gehen muss als um bloßes Überleben!

Wer bemüht ist, seinem Kaninchen ein artgerechte Leben zu gestalten, sollte die 8 Grundbedürfnisse nach Ruth Morgenegg kennen und beachten. Auf die praktische Umsetzung wird im Verlauf der HP eingegangen.

8 Grundbedürfnisse des Kaninchen (nach Ruth Morgenegg)

  • Sozialkontakt mit Artgenossen

Nie Einzelhaltung!

  • Bewegung

großer Lebensraum

  • Nagen

natürliche Nagematerialien bereitstellen

  • Graben

Naturmaterial

  • Sichverstecken

Unterschlüpfe bieten

  • Überblick

erhöhte Ebenen

  • Abwechslung

Veränderungen im Gehege

  • Ruhepausen

Rücksichtnahme


 

Bild entstammt dem Buch: Ruth Morgenegg „Artgerechte Haltung – ein Grundrecht auch für (Zwerg-)Kaninchen“

Sozialkontakt – Kaninchen sind Gemeinschaftstiere

Kaninchen sind gesellige Tiere die in großen Gruppen leben. Es ist für sie sehr wichtig, wer in der Hierarchie ganz oben steht und wer unten. Jedes Kaninchen hat in seiner Gruppe einen Platz. Das heißt nicht, dass in der Kaninchengruppe jeder jeden gleich liebt. Bestimmte Tiere sind sehr aufeinander fixiert, andere weniger. Gleichgültig sind sie sich aber nie. Einzelhaltung muss daher strikt abgelehnt werden. Ein einzeln gehaltenes Tier leidet unter der Isolation! Wichtig ist in dem Zusammenhang, dass nur ein anderes Kaninchen das Bedürfnis nach Gesellschaft stillen kann. Nicht der Mensch und auch nicht, wie so oft irrtümlich praktiziert, das Meerschweinchen. Es handelt sich um unterschiedliche Tiere, die einander nicht verstehen. Sie haben völlig unterschiedliche Ausdrucksformen. Nur weil sie relativ friedlich miteinander auskommen, heißt das noch lange nicht, dass ein Meerschweinchen ein artgerechter Ersatz für ein anders Kaninchen ist.

Bewegung macht Freude und hält gesund

Es ist lustig anzusehen, wenn Kaninchen ihre Haken schlagen und Luftsprünge machen. Der Bewegungsdrang von Kaninchen ist enorm. Wer sein Kaninchen nur im Käfig hält, schädigt die Gesundheit des Kaninchens. Die Muskulatur verkümmert, wenn man nicht für genügend Bewegung sorgt. Mit einer Stunde Auslauf am Tag ist es nicht getan. Bewegung sollte rund um die Uhr möglich sein.

Nagen

Obwohl Kaninchen keine Nagetiere sind, ist der Nagetrieb dennoch stark ausgeprägt. Um die ständig nachwachsenden Zähne abzureiben, muss man ihnen genügend Nagematerialien aus Wald und Garten anbieten. Brot ist dazu weniger geeignet (macht dick und ist ein Nahrungsmittel, was für den Menschen produziert wird).

Graben

Das Graben ist ein Verhalten was keineswegs mit Zeitvertreib betitelt werden kann. Es ist vielmehr ein Urinstinkt und ist in der Wildbahn lebensnotwendig um sich vor Witterung und Feinden zu schützen. Die Weibchen bringen in Höhlen ihre Jungen zur Welt. Bei Kaninchen und Zwergkaninchen ist dieser Instinkt sehr ausgeprägt und deshalb sehr ernst zu nehmen.

Verstecken

Kaninchen in freier Wildbahn bauen sich Röhren und Tunnelsysteme um ihr Überleben sicher zu stellen. Ist ein Feind in Sicht, verschwinden sie blitzartig. Bei Eindringen des Feindes haben sie immer mehrere Fluchtmöglichkeiten. Die domestizierten Kaninchen haben daher stark das Bedürfnis nach Schutz in einem Unterschlupf. Fehlt dieser, bedeutet das Stress und das Kaninchen fühlt sich nicht wohl.

Alles im Überblick?

Kaninchen ziehen sich gerne mal zurück, haben aber auch den Drang, alles im Überblick zu haben. Vor allem dann, wenn ein Gehege oder Lebensraum für sie sicher ist und sie sich wohl fühlen.

Abwechselung statt Eintönigkeit

Für Heimkaninchen fällt die Aufgabe des Überlebenskampfes weg. Das Futter wird hergestellt, im Gehege oder Zimmer ist lauert keine Gefahr und die Ecken und Kanten riechen so wie immer. Das Kaninchenleben kann hier schnell langweilig werden. Mit Fantasie kann man und muss man dem entgegen wirken. Langeweile macht krank und verhaltensauffällig.

Ausruhen

Bei all den beschriebenen aktiven Bedürfnissen, darf diese hier nicht fehlen; das Ausruhen. Ruheplätze sind meist Schutzplätze und müssen als solche respektiert werden. Das muss vor allem im Haushalt lebenden Kindern vermittelt werden. Kaninchen sind dämmerungsaktiv, ruhen am Tage daher sehr häufig.


 

Missachtung der Grundbedürfnisse

Wer ein Kaninchen in engen Käfigen hält, es mal für ein Stündchen im Zimmer hoppeln lässt und dann wieder weg sperrt, missachtet die Grundbedürfnisse von Kaninchen in groben Ausmaß. Leider kommt dieses Fehldenken und Fehlverhalten viel zu oft vor, Gründe sind da unterschiedlich (von Unwissenheit über Respektlosigkeit). Folgen sind Verhaltensstörungen, Krankheiten und der Unmut der Besitzer, weil die Tiere ihren Bedürfnissen, vor allem nagen und graben, unter Einbeziehung der Wohnungseinrichtung nachgehen.

Quelle:Ruth Morgenegg „Artgerechte Haltung – ein Grundrecht auch für (Zwerg-)Kaninchen“


 

Zusammenstellung einer Kaninchengruppe

Merkmale wie Alter, Geschlecht und Charakter für eine Zusammenstellung bedeutsam, nicht jedoch Rasse und Größe.


 

2-er Kombination

Hier eignet sich am besten ein Weibchen und ein kastriertes Männchen. Diese Kombination ist sehr harmonisch. Beide Tiere fixieren sich sehr aufeinander.

viel Dynamik in Mischgruppen

Vorausgesetzt, es gibt ausreichend Bewegungsraum (mind.6m2 ) tritt das Gruppenleben von Kaninchen bei mehr als zwei Tieren erst so richtig in Kraft. Vorsicht jedoch bei beengten Wohnverhältnissen!

nur Männchen

Selbst habe ich es nicht testen können, aber laut R. Morgenegg funktioniert es. Allerdings nur unter der Bedingung, dass alle Rammler kastriert sind.

nur bedingt möglich

Zugesellen eines Einzeltieres in eine seit längerem bestehende 2-er Kombination. Das dritte Tier kann zum Außenseiter werden und unter erschwerten Bedingungen ans Futter gelangen. Es ist jedoch möglich bei sehr friedlichen, nicht so dominanten Tieren.

was gar nicht geht

  • reine Weibchengruppen (Zibben untereinander sehr aggressiv)

  • unkastrierte Männchengruppen

  • Jungtiere zu alten Tieren (Wesens – Temperamentunterschiede führen zu Stress. Das Alter sollte die Differenz von max. 3 Jahren nicht überschreiten)

Quelle:Ruth Morgenegg „Artgerechte Haltung – ein Grundrecht auch für (Zwerg-)Kaninchen“

 

Zusammenführung – Voraussetzung und Vorgehen

Prinzipiell gibt es keine Einzelgänger. Auch wenn ein Kaninchen noch so alt ist, nach R. Morgenegg kann man jedes Kaninchen integrieren. Es kommt lediglich auf die Bedingungen an.

Voraussetzung

  • Männchen sind kastriert

  • mehrere Unterschlüpfe zum zurückziehen

  • genug Lauffläche

  • Geduld und Durchhaltevermögen des Tierhalters bei langen Anpassungszeiten (bis zu einem halben Jahr!)


 

erleichternde Bedingungen

  • ein neutraler Boden

    Wenn alle Tiere in einem fremden Gehege, Zimmer zusammengeführt werden sind die Reviere dort nicht abgesteckt. Hier müssen sie einige Zeit verbleiben und können sich kennenlernen.

  • Viele natürliche Nagermaterialien anbieten (Äste, Zweige) sowie Buddelmöglichkeiten

    Das lenkt bzw. baut Aggression ab.


 

Tipps fürs Vorgehen

  • Man darf nicht erst probieren, dann wieder trennen und wieder versuchen usw. Die Devise lautet „durchhalten“ und auch mal weg kucken können. Man macht es den Tieren sonst nur schwerer. Sie beginnen immer wieder von vorn und kommen beim Ausfechten ihrer Position nicht weiter. Dieser Dauerstress kann tödlich enden. Also bitte nicht trennen und nicht dazwischen gehen. Rangordnungen müssen geklärt werden, das gehört dazu.

  • Mitleid und Panik seitens des Tierhalters sind hier fehl am Platz. Das was so aggressiv aussieht ist meist weniger tragisch. Bei einer guten Gehegestruktur /Zimmereinrichtung werden sich die Tiere zusammenraufen.

  • Setzt man ein Kaninchen in eine bestehende Gruppe sollte man vorher das Revier der Gruppe gründlich reinigen und umgestalten. Dann setzt man die Tiere zusammen. Die Umgebung ist so für alle neu. Es sollten mehrere Futterplätze eingerichtet werden, das gleiche gilt für Wasser und Heu. Es sollte darauf geachtet werden, dass das neue Tier zum Futter gelangt. Die Anpassungszeiten sind unterschiedlich. Manche schaffen es in ein paar Tagen andere brauchen Wochen und Monate.

  • Das Fressverhalten beobachten. Diese Aufgabe ist wichtiger als die Sorge um die Schramme oder der Kratzer. Wenn sich ein Tier nicht zur Futterstelle traut, dann sollte man ihm etwas in sein Versteck geben. Während der Anpassungszeit muss energiereiches Futter gegeben werden. Es ist auch ratsam Vitaminzusätze zu verabreichen.

Quelle:Ruth Morgenegg „Artgerechte Haltung – ein Grundrecht auch für (Zwerg-)Kaninchen“


 

Wann Eingreifen nötig wird

  • wenn ein Tier sichtlich leidet, der Allgemeinzustand schlecht ist

  • wenn es über Monate ein Schattendasein fristet

  • keinen Sozialkontakt zu anderen Kaninchen bekommt

  • immer Bissverletzungen aufweist

  • kein Futter mehr aufnimmt, abmagert

Nun heißt es handeln aber nicht isolieren. Es tut dem Tier auch nicht gut, wenn es allein leben muss. Ein ebenbürtiges Tier, vielleicht ein Jungtier könnte eine Lösung sein. Der Kontakt zu einem Tierheim könnte hier hilfreich sein, um ein passendes Tier zu finden.

Quelle:Ruth Morgenegg „Artgerechte Haltung – ein Grundrecht auch für (Zwerg-)Kaninchen“

Kaninchen und Meerschweinchen – keine gute Kombination!

 

 

Oft werden dem Kaninchen ein Meerschweinchen beigesellt, die scheinen sich unter beengten Verhältnissen recht gut zu verstehen. Ja – das ist häufig so! ABER Es handelt sich um unterschiedliche Tierarten, dessen Sprache vollkommen verschieden ist. Will man beiden Tierarten Sozialkontakt ermöglichen, muss man jedem seinen Artgenossen zugestehen.

Auch wenn im Handel fälschlicherweise zur Kombination von Kaninchen und Meerschweinchen geraten wird, sollte man, eines besseren belehrt, dem keinen Glauben schenken. Das Interesse des Handels ist rein kommerziell unser Interesse gilt der artgerechten Heimtierhaltung.

Außenhaltung


 

Wer einen Garten hat, kann seinen Kaninchen einen wirklich schönen und natürlichen Lebensraum gestalten. Wenn hier von Außenhaltung die Rede ist, ist nicht die Haltung in Boxen oder Ställen gemeint, sondern eine Unterbringung in einem freizügigen Gehege. Für 2 bis drei Tiere sollte von einem Mindestmaß 6 Quadratmeter Fläche ausgegangen werden. Wenn Kaninchen in der Natur leben, müssen sie viel Bewegungsspielraum haben um der Wettereinflüssen stand zu halten. So ein Gehege zu bauen und gestalten kostete Zeit, Geld und harte Arbeit. Das zahlt sich aber aus, denn wirklich glücklich sind Kaninchen nur an der frischen Luft. Man kann Kaninchen ganzjährig draußen halten, das ist aber wegen der Witterung an einige Bedingungen gebunden. Wichtige Rollen dabei spielen Wetterfestigkeit, Ein-und Ausbruchssicherheit und Pflege.

Ein stabiles Außengehege muss:

  • in die Erde eingelassen sein, da Kaninchen buddeln,

  • vor Greifvögeln, Wildtieren einbruchsicher sein,

  • begehbar durch den Mensch sein, sonst ist Reinigung und Beobachtung der Tiere schwierig,

  • bei Regenperioden abdeckbar sein, damit Erdreich nicht schlammt,

  • viele Versteckmöglichkeiten anbieten .

Bei der Gestaltung des Außengeheges ist folgendes zu bedenken:

  • im Hochsommer müssen natürliche, luftige Schattenplätze vorhanden sein (Achtung vor Hitzestau!)

  • trockener Unterschlüpfe (ein selbst gebautes Haus muss auch bei Regen der Feuchtigkeit standhalten, lange Regenperioden sind zu bedenken)

  • bei extremer Kälte viel Nistmaterial (wärmt zusätzlich zum Fell)

Bei Kälte, Regen und Schnee brauchen Kaninchen trockene, geschützte Unterschlüpfe. Das „schlechte“ Wetter ist bei Kaninchen nur dann ein Problem, wenn zu wenig Bewegung möglich ist und die Tiere dadurch frieren .

lebensbedrohende Fehler bei Außenhaltung

Aussenhaltung ist Tierquälerei wenn:

  • Kaninchen in kleinen Ställen, Boxen gehalten werden,

  • der Käfig auf den Balkon gestellt wird und das Kaninchen nicht vor Nässe, Kälte und Hitze geschützt ist. Es hat keine Bewegung, friert und kommt um vor Langeweile.

  • Das Kaninchen nach draußen „abgeschoben“ wird, weil es drinnen Unheil gestiftet hat. Hier geraten Kaninchen oft in Vergessenheit und verkümmern.


 

! Der Grund für Außenhaltung darf nicht eine Abschiebemaßnahme sein, denn wenn das nötige Engagement für diese Haltungsform fehlt, dann kann sie gefährlich werden und die Tiere zahlen das mit großem Leid bis hin zum Tode.

! Da Kaninchen bis zu 10 Jahre alt werden können, ist es nicht vertretbar, dass man sie in traditionellen Ställen unterbringt.


 

Ideen zum Gehegebau


 

Aus dem Buch von Ruth Morgenegg „Artgerechte Haltung – ein Grundrecht auch für (Zwerg -)Kaninchen“ entnommen:

Wenn ihr vor habt, so ein Gehege zu bauen, solltet ihr das Buch unbedingt kaufen. Es sprengt den Rahmen dieser Web – Seite, wenn ich auf Maße, Material und Bau u.s.w. eingehe. Außerdem habe ich dazu selbst nicht genügend Erfahrungen um auf Bauchtechnische Fragen antworten zu können. Nehmt diese Informationen als ersten Eindruck für eine artgerechte, gesunde Kaninchenhaltung im Freien und kauft bei geplanter Umsetzung das Buch dazu. (Bauanleitungen und Montage zu den abgebildeten Gehegen enthalten)

Pyramidengehege

 

hohes Gittergehege

oben offenes Gehege


 


 

Diese 5 Bilder entstammen aus dem Buch: Ruth Morgenegg „Artgerechte Haltung – ein Grundrecht auch für (Zwerg-)Kaninchen“

Quelle:Ruth Morgenegg „Artgerechte Haltung – ein Grundrecht auch für (Zwerg-)Kaninchen“


 

Einrichtung des Geheges

Im Handel wird fast überhaupt nichts Kaninchentaugliches angeboten, soll es dann auch noch für eine Außenhaltung sein, findet man rein gar nichts. Vieles ist zu klein und nicht wettertauglich. Deshalb sollte man auch hier selbst tätig werden. Die Bauanleitung für ein wetterfestes Kaninchenhaus gibt es auch im Buch von R.Morgenegg.

  • wetterfestes Schlafhaus – ersetzt Kaninchens natürliche Höhle

  • unterdachte Futterstelle

  • Röhren (hohler Baumstamm, Korkröhre, Betonröhre etc.)

  • Gras, Äste, Haselstrauch anpflanzen

  • Erdhügel aufschütten

Diese 5 Bilder entstammen aus dem Buch: Ruth Morgenegg „Artgerechte Haltung – ein Grundrecht auch für (Zwerg-)Kaninchen“

Die Gestaltung eines Geheges sollte nicht zu langweilig sein. Hier ist Phantasie gefragt um für nötige Abwechselung zu sorgen.

Quelle:Ruth Morgenegg „Artgerechte Haltung – ein Grundrecht auch für (Zwerg-)Kaninchen“

 

Innenhaltung – Weg mit dem Mythos vom glücklichen Stallhasen!


 

Wer Kaninchen bereits hält, wird verstehen, warum es kaum möglich ist Kaninchen in der Wohnung wirklich artgerecht zu halten. Ich bin allerdings der Meinung, dass man es sich zu leicht macht, wenn man sagt: Kaninchen sind Stallhaltung gewöhnt und werden mit ein zwei Stündchen Auslauf zufrieden sein. Leider habe ich oft fadenscheinige Ausreden gehört / gelesen und auch wenn sich der Eine oder Andere nun angegriffen fühlt, vertrete ich ebenfalls die Meinung, wer sein Kaninchen 23 Stunden am Tag einsperrt, kann noch so liebevoll zu dem Tier sein , das tollste Futter kaufen – aber auf die wirklichen Bedürfnisse geht er oder sie auf diese Weise nicht ein.

Wer sich nun überlegt, sich Kaninchen als Haustiere anzuschaffen, nicht über einen Garten verfügt, in dem man ein schönes Gehege bauen kann, der sollte diese Seiten aufmerksam prüfen. Kann man mit der Art und Weise der Haltung nicht Schritt halten, dem lege ich ans Herz, sich kein Kaninchen anzuschaffen.

Käfige und Tierschutznorm

Kaninchen brauchen die Bewegung, sie müssen hoppeln, Sprünge machen und Haken schlagen können. In einem konventionellen Käfig geht dies alles nicht. Hinter den Gitterstäben zu sitzen kommt einem Gefängnis gleich.

Die im Handel erhältlichen Käfige erfüllen in der Regel die Tierschtzverordnung, das ist widersprüchlich, denn wie in dieser Internetseite oft erwähnt, kann ein Kaninchen im Käfig nicht artgerecht gehalten werden – auch nicht bei Maßen von 120cm X 60cm. In diesem Käfig kann man Kaninchen weder in Gruppe halten, noch ist Springen und Haken schlagen möglich., Männchen machen geht nicht und Graben auch nicht. Fast alle der Grundbedürfnisse sind nicht möglich.

Die Verfasser der Tierschutzverordnung mussten verschiedene „Parteien“ berücksichtigen: Forschung, Industrie, Mast, Zucht und Hobby Tierhaltung. Die festgelegten Mindestmaße richten sich nach Labortierhaltung.

Der Gesetzgeber appelliert auch mit der Forderung nach tiergerechter Haltung an den gesunden Menschenverstand der Heimtiehalter /innen und an ihre Bereitschaft, ihren Schützlingen ein artgemäßes Verhalten zu ermöglichen. Der Hinweis auf die Einhaltung Mindestnormen darf also nicht als Ausrede benutzt werden, den Tieren einen engen Käfig zu kaufen und sie Tag und Nacht dort einzusperren.

Quelle : Ruth Morgenegg „Artgerechte Haltung – ein Grundrecht auch für (Zwerg-)Kaninchen“


 

Ideen zur Zimmerhaltung / Wohnungshaltung

Kaninchen sollten in der Wohnung nicht viel anders gehalten werden wie Katzen. Allerdings muss man darauf hinweisen, dass der Nagetrieb eines Kaninchens so manches Unheil bezüglich der Möbel und Kabel anrichten kann.

Wir haben das Problem gelöst, in dem wir ein Kaninchenzimmer eingerichtet haben. Darin gibt es nur Kanincheninventar – keine Kabel , Sofas oder andere wertvolle Möbel. Stattdessen haben wir ganztägig zugängige Käfige mit Streu, Heu, Futter, Wasserschale. Außerdem viele Unterschlupfmöglichkeiten, angefangen von einer einfachen Pappkiste, über Korkrohre bis hin zu selbstgebauten Holzunterschlüpfen. Wir haben auch an die Klettermöglichkeit gedacht und einen Katzenbaum gekauft, auf die Käfige haben wir Holzbretter aus dem Baumarkt gelgt – Ausgucke gibt's also genug. Das schönste, vor allem für unser Weibchen, ist jedoch die Buddelkiste. Diese ist immer unterschiedlich gefüllt – der Handel bietet da ja einiges :-) Zum Knabbern haben wir Zweige und Äste aus der Natur.

In Planung ist ein Vivarium Marke Eigenbau. Da wir keine Zeit haben, kann ich momentan nur die Bauzeichnung hier abbilden.

Im Internet habe ich viele schöne Eigenbauten gesehen und war von der Idee überzeugt, denn die Käfige haben einfach nicht die Struktur und Größe, die eine Kaninchen schätzt. Schaut mal auf der Hauptseite unter „Eigenbau & Bauanleitungen“ nach, denn dort sind nicht nur eigene Werke abgebildet sondern auch kreative Ideen anderer Kaninchenfans.

wichtiges Inventar

 

  • Käfig, oder Vivarium – immer zugängig (mit Streu, Heu, Futterplatz)

  • Unterschlupf, Röhren aus Kork, Ton, Stein, oder ein ausgehölter Baumstamm, Tunnel

  • Pappkisten zum klettern und verstecken

  • Wasserschale

  • Futternapf

  • extra Kaninchentoilette für die besonders anspruchsvollen Zeitgenossen

  • Äste, Zweige

  • ein Katzenbaum mit unterschiedlichen Höhen finde ich persönlich ganz gut

Das ist ein Vivarium aus Morgeneggs Buch. Die Kaninchen können dahin hoppeln, wenn es ihnen beliebt.

Quelle dieses Bildes: Ruth Morgenegg „Artgerechte Haltung – ein Grundrecht auch für (Zwerg-)Kaninchen“

 weiterführende Links zum Thema Haltung


 


 


 

Sozialverhalten – Das Kaninchen ist ein Sippentier

Das Sozialverhalten von Kaninchen ist sehr komplex.

Kaninchen sind Sippentiere und dürfen deshalb niemals einzeln gehalten werden. Es treten sonst Verhaltensstörungen auf (Aggression, Lethargie, Depression u.a.). Man kann hier den Vergleich zum Menschen ziehen, denn ein isoliert lebender Mensch fühlt sich ebenfalls nicht wirklich wohl, psychische Leiden sind hier ebenfalls auffallend häufig.

Ähnlich wie bei Menschen, wird im Zusammenleben von Kaninchen gestritten, gerauft, aus dem Weg gegangen und wieder versöhnt. Das war auch mir zu Anfang sehr befremdlich. Die so kuscheligen Tiere plötzlich so ungestüm? Kaninchen drücken Freude aus, Liebe, Zuneigung, Angst und Aggression. Wie sie das machen, habe ich in einer Tabelle zusammengefasst.

Kaninchensprache

Körpersprache

Interpretation

Haken schlagen

Freude, Ausgelassenheit

sich wälzen

Wohlbefinden

hintereinander her jagen

fangen (spielen) oder, jagen (Dominanz verdeutlichen, Position abstecken)

Männchen machen

Aufmerksamkeit, Neugierde

Scharren

Buddelinstinkt

Klopfen (mit Hinterlauf)

Ärger, Angst, Schreck oder auch Aggression (situationsbedingt), Drohen

Mit dem Kinn über alles mögliche streifen

markieren um Revier abzustecken (Duftstoffe aus Kinndrüse)

Seitenlage

Ausruhen

gegenseitiges Abschlecken

Zuneigung untereinander, Kontaktpflege, Nähe

Anstupsen mit Schnäuzchen

Begrüßung „Hallo“; an Mensch gerichtet: ich habe Hunger oder streichele mich!

Wegstupsen

„Danke! Es reicht, ich will meine ruhe.“

leise mahlende Geräusche mit Gebiss

Wohlbefinden beim Kraulen

starkes Zähneknirschen

Schmerzen

Kopf flach auf den Boden gedrückt

Unterwerfungsgeste

Kopf flach auf den Boden gedrückt, Augen weit aufgerissen, Ohren angelegt, schnelle Atmung

Angst

Kotkügelchen verteilen trotz fester Kloecke

Markieren des Reviers

Lautsprache

Interpretation

murksen

Angst, Aggression

kreischen

Todesangst, Schmerz

fiepen

machen nur Jungtiere bei Angst

weiterführende Links zum Thema Verhalten

 

 

 

 

 

 

Ernährung und Verdauung

Das Verdauungssystem

Kaninchen sind Dauerfresser, was das heißt und was es bedeutet wird im folgenden erklärt.

Das Kaninchengebiss

Im Ober-und Unterkiefer befinden sich vorne jeweils zwei sichtbare Schneidezähne, die ständig nachwachsen und deshalb ständig abgenutzt werden müssen. Das ist durch Heu, Grünpflanzenpellets und Knabberhölzern (Ästen) gewährleistet. Hinter den oberen Schneidezähnen befinden sich zwei Stiftzähne, die im Prinzip keine Funktion haben. Diese Zähne sind ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zu den Nagetieren (z.B. Meerschweinchen, Ratten...) Die Stiftzähne kennzeichnen alle sogenannten Hasenartigen. Zu denen das Kaninchen und der Feldhase gehört.

Weiter hinten in der Mundhöhle findet man die Backenzähne, welche ebenfalls ständig nachwachsen. Das durch die Schneidezähne zerkleinerte Nahrungsmittel wird hier zermahlen und eingespeichelt. Eine richtige getreidefreie Ernährung ist sehr wichtig für ein langes, gesundes Kaninchenleben. Falsche Ernährung ruft nicht nur schwerwiegende Verdauungsschäden hervor sondern auch

Zahnfehlstellungen.

Füttert man z.B. Brot, Getreide, dann ist dieses nicht nur schlecht für die Verdauung (Gewürze...) sondern weicht zu schnell auf beim zerkleinern. Die Backenzähne haben nichts mehr zu tun und wachsen unkontrolliert weiter.

Bei erblich bedingten Zahnfehlstellungen kann man mit gesunder Ernährung die Missbildung nicht wieder gut machen aber man kann die Intervalle der Tierarztbesuche verkürzen.

Der Kaninchenmagen – ein Stopfmagen

Der Magen des Kaninchens hat kaum Muskeln und ist zu aktivem Weitertransport nicht fähig. Die Nahrung wird nur dann an den Dünndarm weitergeleitet, wenn durch die Speiseröhre von oben etwas nachgeschoben kommt. Das bedeutet: Ein Kaninchenmagen ist immer voll. Ein Zwergkaninchen nimmt bis zu 80 kleine Mahlzeiten am Tag zu sich, deswegen werden sie auch Dauerfresser genannt. Der Nahrungsbrei geht nun also in den Dünndarm wo die Nährstoffe absorbiert werden und ins Blut gelangen. Schwer verdauliche Nahrungsmittel, wie z.B. Getreide enthalten Stärke, die sich in Zucker (Glucose) umwandeln und schädliche Fresspausen und Fettleibigkeit verursachen. Deshalb sollte auf eine naturnahe Ernährung sehr geachtet werden.

Abbildung des Verdauungssystems aus Rodentia Kleinsäuger – Fachmagazin Nr.4

Überläd sich ein Kaninchen nach einer Hungerphase, kann die dünne Magenwand reißen.


 


 


 


 

Quelle: Rodentia Nr.4 Kleinsäuger – Fachmagazin, S. 54-55

Fastentage sind bei Kaninchen gefährlich!

  • Futter muss deshalb rund um die Uhr bereit stehen

  • Vorzugsweise verschiedene Heusorten rund um die Uhr

  • einmal täglich Obst / Gemüse

  • einmal am Tag Trockenfutter mit erhöhtem Rohfaseranteil (gute Mischungen für Kaninchen sehen nicht bunt aus)

 Ein gesunder Fütterungsvorschlag

Eine bedachte und sorfältige Fütterung ist hier sehr wichtig.

Fütterungsplan 3 X tägl. füttern

Die nun dargestellte Reihenfolge sollte unbedingt eingehalten werden:

MORGENS

viel frisches Heu und Wasser

MITTAGS

Grünfutter, Obst (pro Tier z.B.eine Möhre, viertel Apfel, zwei Petersilienstengel)

ABENDS

Körnermischung für Kaninchen (pro Tier 2 Esslöffel, es sei denn, erhöhter Energiebedarf!), Heu für Nachts


 

Die Basis für eine gesunde Ernährung ist immer hochwertiges, frisch duftendes Heu. Staubt es, sieht braun aus und mufft – dann ist es ungesund und sollte zum Müll! Erst nach mindestens ein – bis zwei Stunden soll man das Frischfutter geben (Vermeidung von Blähungen).

Erst am Abend füttert man das Energiefutter in Form von Trockenmischungen (Pellets aus verschiedenen Pflanzenfasern).

Trockenfutter

Das vielfältige Angebot an Trockenmischungen macht die Auswahl manchmal gar nicht einfach. Man sollte jedoch darauf achten, dass nicht zu viel oder gar kein Getreide darin ist (Erklärung dazu unter Verdauungssystem), Rohfaser (Grünpellets) und getrocknete Kräuter sollten das Trockenfutter kennzeichnen. Zusätzlich kann man das Trockenfutter mit getrockneten Gemüse anreichern, getrockneten Gartenkräutern, Naturkräutern und Vitaminpellets.

  • Petersilienstengel

  • Brennessel

  • Dill

  • Minze

  • Luzerne

  • Weißdorn

  • Lindenblüten

  • Spitzwegerich

  • Echinacea

  • Basilikum, Kerbel mehr dazu hier

Kräutermischung für Kaninchen

Spezialrezept für ein gesundes Kaninchen im Winter

 

Zwergenheims „Kräuterhexe“

Spezialrezept für ein gesundes Kaninchen im Winter

aromatische Kräutermischung aus getrockneten Kräutern:

150gr.Echinacea (purpurea)

50gr. Brennessel

50gr. Petersiliestengel

50gr. Dillstengel

50gr.Spitzwegerich

50gr.Luzerne und /oder grüner Hafer

20gr.Pfefferminze

30gr. Weißdorn

15gr. Lindenblüten

Diese Mischung duftet aromatisch, hat gesund - erhaltende stimulierende Wirkstoffe, ist durch den Rohfasergehalt der bestverdauliche Snack auch für zwischendurch und ist eine ausgewogene Nahrungsergänzung.

Die Mischung ergibt fast einen Futtereimer voll (oder große verschließbare Schüssel um Aromen zu erhalten). Pro Nase kann man täglich eine Hand voll geben, oder auch mehr, je nach Appetit.

Die Zutaten gibt es von „Vitakraft“ (Vitaplant) und „Unser“ SagaFlor GmbH www.unser-zoo.de oder von sonst wo her ;-)


 

gesund und ungesund - Frischfutter


 

GESUNDFUTTER

Unkräuter

Gras, Löwenzahn, Schafgarbe, Ackerdistel und Brennessel (nur abgewelkt füttern!)

Gewürzkräuter

bedenkenlos in kleinen Mengen füttern: Beifuß, Bohnenkraut, Dill, Kresse, Petersilie, Basilikum, Salbei (Appetitsanreger), Kerbel

Küche & Garten

Möhre, Apfel, Fenchel, Futterrübe, Chicoree, Gurke, Eisbergsalat, Feldsalat Birne, Himbeere, Brombeere, Erdbeere, kernlose Trauben, Banane (ein Stück als Leckerli!)

Vom Lande

http://www.werther.de/kanin/kfutter.htm

Futtertip für den Winter!

Kiefern und Fichtennadeln enthalten Proteine, Karotin, Vitamine und Mineralien. Außerdem beugen sie Blähbauch vor und nützen die Zähne gut ab.

Bedingt geeignet

Tomate, Gurke, Kopfsalat, Kohlsorten (bläht), getr.Brot

sehr gute Futterliste im Web

Mit Vitaminaufschlüsselung!

http://www.kaninchen.at/haustier/index.html

 


 

UNGESUND

nicht füttern

Im Handel angebotene Leckereien wie Drops u.a.sind nicht gut für das empfindliche Verdauungssystem.

rohe Kartoffeln

giftig

Kartoffelkeime, rohe Bohnen,

Zum Thema Wasser- (Flasche)

Kaninchen brauchen Wasser – und dies sollte täglich frisch gereicht werden und zwar in einem Gefäß. Die Trinkflaschen geben nur Tröpfchen ab und wenn man bedenkt, dass Kaninchen ca. 2 Deziliter Trinken, das macht bei drei Tieren ungefähr einen halben Liter. Trinkflaschen sind schwierig sauber zu halten, sie algen bei Wärme und durch die Anbringung an einem Gitter müssen die Kaninchen ihren Kopf in eine unnatürliche Position bringen. Die Benützung von Trinkflaschen ist in den Köpfen vieler Tierhalter fest verankert, deshalb der Anstoß zum nachdenken. Ein Gefäß aus Ton oder Glas lässt sich problemlos reinigen und an einer festgelegten Stelle im Gehege oder Zimmer ein beliebter Bezugspunkt der Kaninchen.

weiterführende Links zum Thema Ernährung


 

Futtertip für den Winter!

Kiefern und Fichtennadeln enthalten Proteine, Karotin, Vitamine und Mineralien. Außerdem beugen sie Blähbauch vor und nützen die Zähne gut ab.

Mehr dazu unter diesem Link: http://www.werther.de/kanin/kfutter.htm

super Frischfutter - Liste im Web

mit Vitaminaufschlüsselung / Angabe der Nährstoffe

http://www.kaninchen.at/haustier/index.html

 

Gesundheitsvorsorge

Der Gesundheitszustand eines Kaninchens ist in erster Linie abhängig von den Lebensbedingungen, es handelt sich hier um Einflussfaktoren wie:

Haltung

Langeweile, Einsamkeit, zu wenig Bewegung macht krank! Haltungsfehler sind häufigste Ursache von Verhaltensstörungen.

Hygiene

Gesundheitsvorsorge fängt mit einer regelmäßigen Gehegereinigung / Stallreinigung an. Verschmutzte Fressnäpfe, Trinknäpfe gehören dazu. Um Infektionsrisiko zu vermeiden sollte vor allem bei warmen Temperaturen einmal mehr gereinigt werden als gewöhnlich.

Stress

Stressbelastungen führen dauerhaft zu einer Schwächung des Immunsystems. Es kommt schneller zu Erkrankungen. Die Ursachen des Stress müssen wir selbst herausfinden und abstellen.

Fütterung

Unsachgemäße Fütterung birgt einmal das Risiko von Verdauungsschäden , Zahnprobleme und Figurprobleme.

regelmäßig den Allgemeinzustand checken

Durch wöchentliche Kontrollen und genaues Beobachten des Verhaltens können wir frühzeitig Alarmsignale erkennen, Krankheiten aufspüren und schnellstens den Tierarzt aufsuchen.

Tägliche Kontrolle

Die tägliche Kontrolle zielt auf das Beobachten des Verhaltens ab. Verhaltensänderungen (plötzliche) sind fast immer ein Zeichen für Krankheit oder Unwohlsein.

 

  • es ruht mehr als sonst

  • sitzt nicht mehr am Lieblingsplatz

  • ist zur Fütterungszeit desinteressiert

  • frisst langsamer und zaghafter

  • wirkt gleichgültig bis abwesend

Wöchentliche Kontrolle

  • Ist Analregion sauber? Wenn nein:

Verklebte Haare wegschneiden (Infektionsgefahr), Weiterbeobachten!

  • Sind Kinn und Maulecken trocken? Wenn nein:

    Es liegen möglicherweise Zahnprobleme vor.

Monatliche Kontrollen

  • Gewicht (Abnahmen, Zunahme beobachten)

  • Fellkontrolle (Krusten oder Haarausfall?)

  • Krallen

  • Zähne

Quelle:Ruth Morgenegg „Artgerechte Haltung – ein Grundrecht auch für (Zwerg-)Kaninchen“

Krankheitsanzeichen können sein:

  • verklebte, tränende, müde Augen

  • sitzt in der Ecke und klappert mit den Zähnen

  • ist gereizt, bissig, unruhig

  • oder wirkt benommen

  • Atmung ist anders als sonst

  • feuchte Nase, Nieslaute

  • Haarausfall (abgesehen vom Fellwechsel)

  • stumpfes, struppiges, glanzloses Fell

  • Hautirritationen, Wunden

  • Schiefhaltung des Kopfes

  • unangenehmer Geruch

  • warmer Körper, gerötete Haut

  • Bewegungsapparat (lahmt es, läuft träge etc.)

  • pressender Stuhlgang, angestrengte Sitzhaltung

Sollten Veränderungen auffallen, bitte nicht lange überlegen und einen kompetenten Tierarzt / Tierärztin aufsuchen. Keine Untersuchungsmöglichkeit darf uns zu teuer sein – unsere Verantwortung sollten wir uns täglich bewusst machen.

Impfungen

Auch im Haushalt lebende Tiere sollten geimpft werden. RHD kann mit Schuhen oder Kleidung übertragen werden. Myxomatose über Stechtiere. Beide Erkrankungen verlaufen tödlich. (näheres dazu unter Infektionskrankheiten)

Pflichtimpfung sollte sein : RHD (Chinaseuche)

Myxomatose in gefährdeten Gebieten (Tierarzt dazu befragen)


 


 

Kaninchen – stille Patienten


 

Ein Tier spricht nicht unsere Sprache, ist auf uns angewiesen. Es kann uns auf seine Art und Weise mitteilen, wenn etwas nicht stimmt. Es liegt an uns, diese wahrzunehmen, einzuordnen und zu handeln. Mit „handeln“ ist in dem Zusammenhang der Gang zum Tierarzt gemeint. Prinzipiell sollte man sich vorher schon erkundigt haben, welcher Tierarzt im Wohnortbereich einen guten Ruf genießt. Es sollte nicht die Nähe ein Auswahlkriterium sein. Über Internet (Foren, spezielle Listen) kann eine Vorauswahl getroffen werden. Letztendlich muss man immer selbst entscheiden, ob der gewählte Tierarzt die komplexen Zusammenhänge der Kaninchen(-krankheiten) wirklich versteht.

Der Gang zum Tierarzt

Je nach dem, wie die Symptome sind, solltest Du Proben gleich mitnehmen. Das betrifft vor allem die Exkremente (Kot, Urin). Tipp: Urin mit einer Plastespritze aufziehen!

Schildere möglichst genau die Symptome, (ab wann, wie oft, wie lange, wann besonders schlimm...). Ein guter Tierarzt wird alle nötigen Untersuchungen vornehmen und die „richtigen“ Fragen stellen. Solltest Du zu einem Tierarzt nicht das nötige Vertrauen haben, dann ist ein Wechsel sinnvoll.

Wenn dein Häschen nun zum Tierarzt muss, dann achte auf Wind und Wetter und leite die notwendigen Maßnahmen ein, nicht dass noch eine Erkältung bei einem eh schon geschwächten Tier etc. hinzukommt. Eine geschützte Transportbox mit einem ausgelegten Handtuch eignet sich besonders gut, weil es dunkel und geschützt ist.

Kaninchenkrankheiten

Ein Überblick über diverse Erkrankungen, Symptome, Behandlung und Vorbeugung. Wer Symptome oder Veränderungen bei seinem Tier bemerkt sollte unverzüglich den Tierarzt des Vertrauens aufsuchen.


 

Infektionskrankheiten


 

Virusinfektionen

Krankheitsbezeichnung

Symptome

Vorbeugung / Therapie

Myxomatose

  • 3-5 Tage nach Ansteckung mit dem Erreger zeigen sich erste Symptome

  • Schwellung und Entzündung der Augenlieder, werden eitrig

  • es folgen Schwellungen an Ohren, Lippen, Nase, Genitalbereich

  • Futterverweigerung

  • 8-10 Tage nach Ansteckung folgt der Tod

Eine Behandlung ist nicht möglich. Man kann aber vorbeugen durch Impfung beim Tierarzt.

Übertragung durch Mücken, Flöhe, Zecken u.a., die das Virus empfangen haben

Hämorrhagische Krankheit (Rabbit Haemorrhagic Disease = RHD)

  • Krankheitsverlauf in 1-3 Tagen, vermutlich je nach Virusmenge

  • Benommenheit, Unruhe, Atemprobleme

  • Tier brechen plötzlich zusammen, schreien, ersticken mit Blutaustritt

Man beugt diese Seuche durch Impfung vor.

Ansteckung durch Kontakt mit infiziertem Tier und auch über kontaminiertes Grünfutter

Tollwut

  • Unspezifische Krankheitserscheinungen: Schreckhaftigkeit, Überempfindlichkeit, Speichelfluss

  • Schluckbeschwerden, Lähmungen

Vorbeugen: Außengehege „Einbruchsicher“ vor Wildtieren bauen.

Ansteckung durch Eindringen von infizierten Wildtieren über einen Biss. Achtung bei Freilandhaltung!

Kaninchenpocken

  • heute sehr selten

  • Krankheitsdauer 3- 7 Tage

  • Rötungen, Pustelbildung auf der Haut, an Ohren, Augenlidern, Lippen, Genitalbereich

Ansteckung durch Tierkontakt. Virusverwandschaft mit Kuhpockenvirus.

Fibromatose

  • Es handelt sich meist um Impftumore (unter der Haut) nach einer Myxomatoseimpfung

  • können „Hühnereiergroß“ werden

  • bilden sich meist nach 5-6 Wochen von allein zurück

Bildet sich der Tumor nicht zurück, muss er chirurgisch entfernt werden.


 

Ansteckung mit dem Fibrom Virus auch durch Stechmücken!

Bakterielle Infektionen

Krankheitsbezeichnung

Symptome

Vorbeugung / Therapie

Pasteurellose

  • Es handelt sich um eine multifaktorielle Erkrankung, es müssen verschiedene negative Einflüsse aus dem Umfeld zusammentreffen, damit die Krankheit zum Ausbruch kommt. Fast jedes Tier hat den Pasteurella multocida Erreger in sich, der nur bei schlechter Haltung ausbricht.

  • wässriger, eitriger Schnupfen, Niesen, Atemprobleme

  • Apathie, struppiges Fell

  • der Erreger kann, wenn er ausgebrochen ist, auf Lunge, Ohren (Innenohren), Augen, Geschlechtsorgane sich ausbreiten

Zugluft vermeiden, Sauberkeit im Lebensraum der Tiere, nicht so hohe Luftfeuchtigkeit, extreme Temperaturschwankungen vermeiden, ausgewogene Ernährung,

Salmonellose

  • Appetitmangel, Apathie

  • Durchfall nach wenigen Tagen

  • Abmagerung

Hygiene im Futterbereich (Näpfe, Schalen reinigen), nichts verdorbenes füttern

Therapie mit Antibiotika

Staphylokokkose

  • Fressunlust, Apathie, Lidbindehautentzündung

  • 1-2 Tage nach ersten Erscheinungen tritt Tod ein, Eile ist geboten!

  • Pustelbildungen auf der Haut

  • Schwellungen der Lympfknoten

  • Gelenkentzündungen (Bewegungsbeeinträchtigung)

  • eitrige Gebärmutterentzündung

Antibiotikatherapie

Hygienemaßnahmen (desinfizieren)

Pilzinfektion der Organe (Systemmykosen)

  • Verschlechterung der Allgemeinzustandes

  • Abmagerung

  • ist Lunge mit Pilzen befallen, Atemnot

Ansteckung erfolgt durch Einatmen von Pilzsporen oder Aufnahme von verschimmelten Futter. Breitet sich der Befall aus, endet es meist tödlich.

Futter immer überprüfen. Heu darf nicht schimmlig sein!

Hautpilze (Dermatomykosen)

  • Haarausfall, dort Ringförmige Flechte mit Kruste, geröteter Rand

  • Juckreiz (Tiere kratzen und verbreiten den Pilz auf andere Stellen)

  • ist auf Mensch übertragbar!

TA legt Kultur an, bestimmt Antimykotika. Täglich Stall reinigen, desinfizieren; auch Futterschale nicht vergessen. Pilzsporen sind hartnäckig und überall deshalb nach Abklingen des Symptoms Reinigungsmaßnahmen beibehalten. Diät: mehr Heu und Obst ; weniger Körner in der Zeit füttern.

Quellen: Winkelmann, Lammers „Kaninchenkrankheiten“ Patient Tier

Haut & Haarkleid

Krankheitsbezeichnung

Symptome

Vorbeugung / Therapie

Hautpilz

  • ist bei bakteriellen Infektionskrankheiten beschrieben

 

wunde Läufe

  • Entzündung an der Sohlenhaut

  • Hinweis aus Haltungsfehler (harte Einstreu, kantiger Unterboden, Nässe, einseitige Ernährung)

weiches Nestmaterial nutzen, Gehege sauber halten, Unterboden auf harte Kanten kontrollieren, Vitaminreiche Ernährung

TA behandelt mit antibiotischen Salben

Milben (Kopf, Haut)

  • Hautrötung, Schuppenbildung, Haarausfall

  • bei Nichtbehandlung Verschlechterung des Allgemeinzustandes

Vorbeugen kann man mit guter Stallhygiene, Vitaminreicher Ernährung um das Immunsystem in Takt zu halten.

Tierärzte behandeln Milben mit Salben und /oder Injektionen.

Milben im Ohr (Ohrräude)

  • durch Juckreiz im Ohr schütteln Tiere den Kopf, kratzen sich im Ohrbereich

  • gelbliche Borke ist zu erkennen

TA muss das Tier auf Immunschwäche überprüfen, wenn es immer wieder kommt.

Ansonsten verabreicht TA Salbe fürs Ohr.

Zecken

  • kommt bei Außenhaltung vor

  • kleine „Knubbel“ auf der Haut

  • bei starkem Befall leidet Kaninchen unter Blutarmut

  • Zecken übertragen Viren

Entfernung mit Zeckenzange aus Apotheke oder vom TA. Wer es sich nicht zutraut, sollte das vom TA machen lassen um Entzündungen zu vermeiden.

 

  •  

 

Quellen: Winkelmann, Lammers „Kaninchenkrankheiten“ Patient Tier


 

Augenerkrankungen


 

Krankheitsbezeichnung

Symptome

Vorbeugung / Therapie

Lid-Bindehautentzündung

  • tränende, verklebte, trübe Augen

  • gerötete Lidhaut

  • Tier kneift Auge zusammen

  • Lichtempfindlichkeit

antibiotische Augensalbe vom Tierarzt

Quellen: Winkelmann, Lammers „Kaninchenkrankheiten“ Patient Tier

Erkrankung von Knochen, Gelenken und Muskulatur

Krankheitsbezeichnung

Symptome

Vorbeugung / Therapie

Knochenbruch (Fraktur)

  • plötzliche Nichtbelastung eines Körperteils

Vorbeugung: Knochenbrüche passieren, wenn Tiere irgendwo hängen bleiben und sich zu befreien versuchen. Lauern irgendwo Gefahrenstellen?

Der Tierarzt oder Tierärztin muss Röntgen und ggf. chirurgisch eingreifen oder das Körperteil in Gips legen.

Gelenkentzündung

  • Tritt meist als Begleiterkrankung auf (z.B. bei Bakteriellen Erkrankungen)

  • Gelenke leicht verdickt

  • erhöhte Körpertemperatur

  • Schwierigkeiten beim Bewegen, Schmerzen

Antibiotika

Auskugeln von Gelenk

  • plötzl. Nichtbelastung eines Körperteils

Einrenken unter Narkose durch den Tierarzt. Ursache überprüfen! Eventuell falsches Hochnehmen?

Muskelschwund

  • Zunehmende Bewegungsunlust

Grundlage ist Vitamin E – Mangel. Kommt nur bei einseitiger / falscher Fütterung vor.

Quellen: Winkelmann, Lammers „Kaninchenkrankheiten“ Patient Tier

 

 

 

 

Atemwegserkrankungen

Krankheitsbezeichnung

Symptome

Vorbeugung / Therapie

Schnupfen

  • Nasenausfluss, Niesen

Muss unbedingt behandelt werden; kann sich chronifizieren.

Immunsystem stärken durch Zugabe von Vitaminen. Mögliche Ursachen (Zugluft, Luftfeuchtigkeit) abstellen.

Lungenentzündung

  • Kann als Folge des Schnupfens auftreten

  • Tier frisst schlecht, ist Apathisch, lustlos, magert ab

  • Atemprobleme

  • beschleunigtes Atmen (Kurzatmigkeit)

Antibiotikatherapie nach Feststellung des Erregers.

Ursache der Lungenentzündung sind Haltungsfehler.

Quellen: Winkelmann, Lammers „Kaninchenkrankheiten“ Patient Tier

 

 

 

Erkrankung der Verdauungsorgane

Krankheitsbezeichnung

Symptome

Vorbeugung / Therapie

Zahnfachentzündung

  • Ursache ist meist eine Verletzung

  • Behinderung beim fressen, Appetitlosigkeit

Versorgung der Wunde durch TA

Gebissfehlstellung

  • Anomalien des Kiefers führen zu unkontrolliertem Zahnwachstum oder

  • falsche Fütterung, bei der die Zähne nicht genügend abgerieben werden

  • Behinderung beim Fressen, Fressunlust

  • Zähne werden äußerlich sichtbar

Vorbeugung: Nagematerial anbieten! Bei einer angeborenen Fehlstellung hilft nur eine Zahnkürzung durch den Tierarzt.

Trommelsucht (Magenblähung)

  • durch Gasbildung bläht Magen auf

  • Wölbung auf linker Körperseite sichtbar

  • durch Abklopfen hört man einen trommelartigen Ton

  • Unruhe

  • unbemerkt führt es durch Kreislaufversagen zum Tod

Kein gärfähiges Futter verabreichen (frischer Klee, Kohl, Kopfsalat, frisches Brot, verfaulte Lebensmittel)

Der Tierarzt muss mit einer Magensonde die Gase ableiten.

Magenverstopfung

  • Überladung des Magens nach Fastenzeit, Weiterleitung zum Dünndarm nicht mehr möglich (Kaninchen haben nur dünne Magenwände)

  • Wölbung des Magens auf linker Körperseite sichtbar

Vorbeugung: gesunde Ernährung, viel Heu. Ein Kaninchen darf nicht hungern, sonst frisst es dann so viel, dass der Magen nicht mehr Arbeitsfähig ist. Also Hände weg von Nulldiäten! Beim Angorakaninchen kann die Verstopfung auch vom Fellfressen kommen. Dies muss durch ständige Heugabe verhindert werden.

TA verabreicht krampflösende Mittel. Durch Magenmassagen wird Verdauung in Gang gebracht.

Durchfall

  • hier ist Ursache Abzuklären (Fehlernährung, Bakterielle Erkrankung, Parasiten (Kokzidien, oder Würmer)

  • Verformung des Stuhls

  • Abmagerung

gute Haltungsbedingungen, Fütterungsbedingungen beugen vor.

Je nach Krankheitsbild Behandlung, meist mit Antibiotika und Heu. Körnermischungen mal weglassen.

Tyzzersche Krankheit

  • ist eine Darm-und Lebererkrankung

  • 10 Tage nach Ansteckung mit Erreger (Bacillus piliformis)kommt es zu blutigem Durchfall

  • Abmagerung

Wird durch Schadnager wie Wildmäuse übertragen. Erreger wird ausgeschieden. Lagert das Futter so, dass Mäuse Zugang haben und der Erreger ins Futter gelangt?

Therapie mit Antibiotika

Kokzidiose

  • wird durch Kokzidien (einzellige Parasiten) verursacht, es kommt zur Erkrankung der Darmschleimhaut

  • Durchfall, aufgeblähter Bauch

  • manchmal Verstopfung

  • Appetitlosigkeit

Durch Widerstandskraft kann ein Kaninchen die Parasiten selbst abwehren. Kommt es zur Erkrankung, muss nach der Ursache der Immunschwäche geforscht werden.

Der oder die TA behandelt mit Kozidiostatika.

Darmwürmer (Nematoden)

  • Bei starkem Wurmbefall kommt es zu Abmagerung, Appetitlosigkeit und Durchfall.

Eine einwandfreie Haltungshygiene schützt vor Würmern.

Eine parasitologische Untersuchung stellt Wurmart fest. Mit Wurmmitteln wird behandelt.

Quellen: Winkelmann, Lammers „Kaninchenkrankheiten“ Patient Tier

Erkrankung der Leber

Krankheitsbezeichnung

Symptome

Vorbeugung / Therapie

Leberverfettung

  • Gelbfärbung der Schleimhäute von Augen und Mundhöhle

  • Apathie

  • Gewichtsverlust

  • Blutarmut

  • bei Blutuntersuchung erhöhte Leberwerte

Leberschutztherapie durch Futter mit hohem Rohfaseranteil.

Leberverfettung entsteht durch zu fettreiche Ernährung.

Leberentzündung

  • Bakterien, Parasiten oder eine Stoffwechselstörung führen zur Entzündung der Leber.

  • Unspezifische Symptome (je nach Grunderkrankung)

  • wird oft nicht erkannt

Behandlung richtet sich nach der Ursache.

Quellen: Winkelmann, Lammers „Kaninchenkrankheiten“ Patient Tier

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Erkrankung der Harnorgane

Krankheitsbezeichnung

Symptome

Vorbeugung / Therapie

Blasenentzündung

  • Schenkelinnenflächen, Afterregion durch Harnträufeln feucht

  • Temperatur erhöht

  • Schmerzverhalten, Apathie, Gereiztheit

Antibiotika je nach Urinuntersuchung

Blasenstein

  • Symptome ähnlich wie Blasenentzündung

  • Harnsteine tastbar, oder sichtbar auf Röntgenbild

  • Schmerzen beim Abtasten

Entfernung des Steins

Nierenerkrankung

  • Entsteht durch bakterielle Infektion

  • vermehrter Füssigkeitsbedarf, verminderter Harnabsatz

  • Abmagerung

Antibiotika

Quellen: Winkelmann, Lammers „Kaninchenkrankheiten“ Patient Tier

Erkrankung der Geschlechtsorgane

Krankheitsbezeichnung

Symptome

Vorbeugung / Therapie

Kaninchensyphilis

  • Syphilis ist eine bakterielle Erkrankung (Treponema cuniculi)

  • Verschorfungen an den äußeren Geschlechtsteilen aber auch an Nase und Mund (Schnupperkontakt)

Penicillininjektionen, oder Puder

Kaninchensyphilis ist wirtsspezifisch und daher nicht auf den Mensch übertragbar.

Gebärmutter-entzündung

  • Eitriger Scheidenausfluss

Antibiotika

Quellen: Winkelmann, Lammers „Kaninchenkrankheiten“ Patient Tier


 

Erbkrankheiten

Krankheitsbezeichnung

Symptome

Vorbeugung / Therapie

Verkürzung der Ober- und Unterkiefers

  • Gebissfehlstellung, unkontrolliertes Zahnwachstum wegen Nichtabnutzung

keine Vorbeugung, Kürzung der Zähne

Grauer Star

  • Trübung der Linse

  • hervorgetretener Augapfel

keine

Epilepsie

  • Krampfartige epileptische Anfälle

 

Entropium

  • Einstülpung der Augenlider

  • nach innengerollte Augenlider verursachen durch Wimpern Reizungen, schädigt Hornhaut

  • Entzündung der Hornhaut / Bindhaut

  • Erblindung

Reizung durch Salben lindern

 


 

Vergiftungen

Krankheitsbezeichnung

Symptome

Vorbeugung / Therapie

allgemeine Vergiftungssymptome

  • Gleichgewichtsstörungen, Lähmungen, Atemnot, Speicheln, blutiger Nasenfluss, Verstopfung, blutiger Durchfall, Blut im Harn

  • Abmagerung, Hautschäden, Bewegungsstörungen, Blutarmut, Gelbsucht

  • Symptome je nach Giftstoff

Vorbeugung: Gifte (Rostschutzmittel, Unkrautbekämpfungsmittel, Schädlingsbekämpfungsmittel u.a.) nicht in Nähe von Tieren bringen oder in der Nähe des Futters lagern

Behandlung nur nach Bestimmung des Giftstoffes möglich.

Nebenwirkungen bei Arzneimitteln

  • Antibiotika (Durchfall, Haarausfall, Abmagerung

  • Injektizide zur Behandlung von Parasiten (Durchfall, Krämpfe, Lähmungen, Benommenheit)

 

Gifpflanzen

  • Giftpflanzen werden häufig in Unkenntnis dem Tier über das Grünfutter verabreicht.

 

Quellen: Winkelmann, Lammers „Kaninchenkrankheiten“ Patient Tier

Giftpflanzenliste

Ein ausgewogen ernährtes Kaninchen wird an giftige, ungesunde Nahrung nicht herangehen. Es kann allerdings unter verschiedenen Umständen dazu kommen, dass ein Kaninchen eine giftige Pflanze zu sich nimmt. Man muss in dem Zusammenhang wissen, dass die meisten der genannten Pflanzen auch im getrockneten Zustand giftig sind.

DESHALB: Wenn man aus der Natur Pflanzen einsammelt und verfüttert, sollte man immer genau wissen, worum es sich handelt. Im Zweifelsfall lieber nicht pflücken und auf herkömmliche Gras-Löwenzahnkost zurückgreifen.

Bei Verdacht auf Vergiftung den örtlichen Tiernotruf wählen.

Name der Giftpflanze

Symptome

Adlerfarnkraut

  • Gleichgewichtsstörungen, Verstopfung, Erholung möglich

Bingelkraut

  • Benommenheit, Durchfall, Blut im Harn

Buchweizen

  • Krämpfe, Hautschäden

Eisenhut

  • Speicheln, Atemnot, Erstickungstod

Fingerhut

  • Durchfall, Koma, Krämpfe

Gartenschierling

  • Krämpfe, Speicheln, Durchfall, Tympanie, Lähmung, Tod durch Ersticken

Goldregen

  • Krämpfe, Speicheln, Lähmung

Hahnenfuß

  • Durchfall, Speicheln, Koma

Herbstzeitlose

  • Speicheln, Durchfall, Lähmung, Koma, Tympanie

Kartoffel -Samen /Kraut / Keime

  • Speicheln, Durchfall, Benommenheit,Atemnot, Tod durch Ersticken

Klatschmohn

  • Krämpfe, Speicheln, Bewusstlosigkeit, Erholung möglich

Kornrade(Samen)

  • Speicheln, Durchfall, Tympanie, Tod

Lupine, gelb

  • Benommenheit, Verstopfung, Durchfall, Atemnot, Gelbsucht, Koma

Schachtelhalmarten

  • Mattigkeit, Taumeln, Lähmung, Tod

Schöllkraut

  • Durchfall, Taumeln, Atemlähmung

Senfartige

  • Verstopfung, Atemnot, Krämpfe,Durchfall, Koma, Tympanie

Taxus (Eibe)

  • Taumeln, Krämpfe, Speicheln,Durchfall, Koma, Tympanie

Wolfsmilch

  • Speicheln, Tympanie, Verstopfung, Krämpfe


 

Link zu einer Giftpflanzendatenbank


 


 

Krankheiten – Ursachenkunde

Das Abwehrsystem eines Kaninchens ist ebenso komplex, wie das des Menschen. Das Gleichgewicht dessen ist von verschiedenen Einflussfaktoren abhängig. Eine Störung des Gleichgewichtes führt zur Erkrankung.

Ein Beispiel: Fast alle Kaninchen haben den einzelligen Parasit (Kokzidie) in sich, ohne dass eine Erkrankung ausbricht.(Kokzidiose) Das Abwehrsystem hat den Parasit im Griff. Zwischen dem Parasiten und dem Wirt (so nennt man den Träger eines Parasiten) herrscht ein Gleichgewicht. Stress und schlechte Hygiene stören das Gleichgewicht zu Gunsten des Parasiten. Er bekommt die Chance, sich zu vermehren. Wenn die Körperabwehr nicht mehr ausreicht bricht die Krankheit aus.

Besonders gute Lebensbedingungen (äußere Einflüsse) verschaffen im Gegenzug dazu eine Stärkung des Immunsystems. Da es nicht ständig mit Stressfaktoren zu tun hat, kann es sich auf eine gute immunologische Körperabwehr konzentrieren. Denn Vieren, Bakterien, Pilze gibt es überall. Es liegt im Tier, wie es damit umgehen kann. Die psychologische Komponente sollte man hier nicht aus den Augen verlieren. Einsame, gelangweilte Tiere haben oft eine geschwächte Abwehr.

Ursache darf nicht mit Auslöser verwechselt werden. Nicht der Virus ist die Ursache, sondern der Auslöser. Ursache ist ein geschwächtes Immunsystem.

Ein anderer Risikofaktor liegt im Bereich der erblichen Vorbelastung. Hat es mit Anomalien, Krankheiten zu tun, die das Tier schwächen? Hat es Einschränkungen im Bewegungsapparat oder Organsystem?

Die Grafik fasst die Zusammenhänge der Einflussfaktoren schematisch zusammen.

 

 

Tipps für die Genesung - Krankenpflege


 

Medikamentengabe

  • Kaninchen mögen es überhaupt nicht, wenn Ihnen etwas eingeflößt werden muss. Täuschungsmanöver helfen meist nichts, da die feinen Nasen alles aufspüren. Hier ist Entschlossenheit und Bestimmtheit gefragt.

  • Die meist flüssige Medikation, die eingenommen werden muss, reicht man über eine Plastespritze ohne Nadel. Die Art der Dosierung bestimmt der Arzt oder die Ärztin, an diese sollten wir uns unbedingt halten.

  • Kaninchen neigen zu plötzlichen ruckartigen Bewegungen (instinktiver Schutzmechanismus), das sollte man wissen, weil Verletzungsgefahr besteht.

  • Eigene Unsicherheiten spürt das Kaninchen und das macht die Aufgabe nicht leichter.

  • Am besten geht es zu zweit.

Vorgehen: Kaninchen in ein Handtuch einrollen. Pfoten fixieren und das Köpfchen draussen lassen. Nun muss jemand das Bündel halten und der andere flößt das Medikament ein. Bitte nicht mit zu viel Druck, es soll sich erstens nicht verschlucken und zweitens nichts ausspucken.

Gerade antibiotische Wirkstoffe müssen in voller Dosis und immer zur gleichen Tageszeit (Resistenzen verhindern) eingenommen werden.

Die meisten Wirkstoffe schmecken eklig, deshalb sollte das Kaninchen gleich zu frischem Heu und Wasser kommen.

Auftragen von Salben

  • Ob Pilzinfektion, Bissverletzung, Parasitenbefall – wir sollten persönlichen Kontakt vermeiden, wir könnten uns anstecken (bei Pilzen) oder Keime in die offenen Wunden bringen,

  • außerdem sollten wir alle offenen Wunden steril behandeln (entweder TA gibt etwas mit, oder man besorgt sich sterile Tücher in der Apotheke).

  • Scheren sollten vor dem Gebrauch desinfiziert werden und danach auch. (Sagrotanspray oder Produkte aus der Apotheke)

  • Achtung vor Überdosierung bei Salben! Wirkstoffe gelangen über die Haut in den Organismus. Vor allem aggressive Parasitensalben (z.B. gegen Milben), oder antibiotische Wirkstoffe können überdosiert Nebenwirkungen verursachen. Also nicht viel hilft viel – es sei denn, der TA weist gesondert darauf hin.

Vorgehen: Salbe auf das sterile Tuch, Tupfer auftragen und die Stelle behandeln. Bei Wunden sollte man vorher das Fell etwas wegschneiden. Bei Hautpilzen die befallene Stelle großflächiger versorgen. Die Salbe sollten wir ein paar Minuten einwirken lassen. Kaninchen mögen nichts nasses auf der Haut und lecken sofort daran herum. Deshalb sollten wir ein Auge darauf haben.

Stallhygiene

  • Bei Krankheiten ist Stallhygiene enorm wichtig. Das schon geschwächte Immunsystem kann nun keine weiteren Erreger vertragen. Deshalb immer bei Erkrankungen alles im Stall befindliche desinfizieren und mehrmals in der Woche reinigen.

  • Bei offenen Wunden ist von Einstreu Abstand zu nehmen. Kleine Späneteilchen könnten in der Wunde zu Eiterbildung führen.

Diät

  • Die Erkrankung verlangt Diät? Hier muss man unbedingt wissen, dass damit nicht hungern gemeint ist. Das Kapitel Verdauung beschreibt, warum Kaninchen Dauerfresser sind und wann Diäten schädlich sind. Mit Diät ist gemeint: weg mit fettreichen Körnermischung, Drops und anderen Leckereien aus dem Handel .

  • Heu und Wasser müssen immer gegeben werden, egal um was für eine Erkrankung es sich handelt. Bei Verdauungstörungen sollte frisches Grünfutter weggelassen werden und durch Apfel ersetzt werden, da dieser ausgleichend wirkt.

Baden

  • Das Baden wird hoffentlich nur in Notsituationen verordnet, denn Kaninchen sind sehr Wasserscheu. Es muss sehr vorsichtig damit umgegangen werden damit das Kaninchen keinen Schock bekommt. Bei starkem, ausgebreiteten Pilzbefall ist ein Ganzkörperbad (ausgenommen Kopf) nur selten umgehbar.

  • Prinzipiell sollte man nur betroffene Stellen baden (verklebter Afterbereich...)

  • Das Wasser sollte lauwarm sein und nur mit verordneten medizinischen Mitteln angereichert werden, kein Schampoo oder ähnliches.

  • Fenster sollten geschlossen sein

  • Fell trocken fönen (aber nicht zu heiß!)

  • Um Verletzungsgefahr zu vermeiden, sollte die Prozedur zu zweit durchgeführt werden.

  • Kaninchen danach in Ruhe lassen.

Vitamine verabreichen

  • Wenn Kaninchen krank sind, sollte wie beim Mensch auch, mit Vitaminen unterstützt werden. Viele Tierärzte geben automatisch Vitaminpräparate mit, manche muss man darauf hinweisen.

  • Vitaminzusätze sollten auch noch eine Zeit lang nach der Erkrankung verabreicht werden bis das Immunsystem vollkommen gestärkt ist.

  • In besonderen stressreichen Situationen sind Vitaminpräparate eine sehr gute Vorbeugung. (Rangordnungskämpfe, Umplatzirung, Veränderungen der Umgebung, vor einer Operation, Kastration)


 

Homöopathie für Kaninchen

Homöopathie bedeutet, im Einklang mit der Natur, ganzheitlich zu heilen (ganzheitlich = Körper Geist und Seele). Sehr langsam entwickelt sich auch in der Tiermedizin eine systemische und ganzheitliche Denkweise. Geschöpfe, die der Natur entspringen sollen auch die Möglichkeit haben, durch diese im Krankheitsfall geheilt zu werden. Ich persönlich bin der Auffassung, dass es keinen Sinn macht, nur eine Seite der Medizin zu sehen. Weder nur Homöopathie, noch nur Schulmedizin. Ich stelle mir integrative Heilungsmethoden sehr effektiv vor, deshalb habe ich dieses Thema mit aufgegriffen.

Was ist Homöopathie eigentlich?

Die Grundsätze der Homöopathie gehen im 19. Jahrhundert auf Samuel Hahnemann zurück Er stellte die sogenannte „Simile – Regel“ auf. Diese besagt, dass Ähnliches mit Ähnlichem behandelt werden sollte.

z.B. Schwefel führt in großen Mengen zu Hautentzündungen. In homöopathischen Dosen vermag es diese zu heilen.

In der Homöopathie unterscheidet man verschiedene Konstitutionstypen. Das heißt, bei einer gleichen Krankheit helfen unterschiedlichen Tieren unterschiedliche Medikamente. Das ist der Grund dafür, dass man Homöopathie nur in erfahrene Hände (Therapeuten) legen sollte.

Homöopathische Arzneimittel werden aus Pflanzen, tierischen Bestandteilen und Mineralien gewonnen


 

Weitere homöopathische Anregungen:

http://www.heilkraeuter.de/ (mit Kräuterlexikon)

http://home.sunrise.ch/pglaus/apotheke.htm


 

Homöopathie für Kaninchen

Wer sich dafür interessiert sollte sich die Liste mal anschauen.

http://www.werther.de/kanin/khomo.htm

 

Bachblüten

Die Bach – Blüten Therapie wurde 1935 von Dr. Edward Bach, einem englischen Arzt begründet. Er griff dabei auf uraltes überliefertes Wissen der Kelten zurück, welche Blüten zu medizinischen Zwecken einsetzten.

Bach ordnete und katalogisierte die Blüten und entwickelte daraus die nach ihm benannte Therapie. Wie auch die Homöopathie berücksichtigt diese Therapieform den Zusammenhang zwischen Seele und körperlicher Verfassung.

Woraus besteht das Bachblütensystem?

Einmal besteht es aus wässrigen Auszügen von 37 Blüten, Kräutern und Sträuchern sowie aus dem Wasser einer heilkräftigen Quelle.

Jede der von 1 – 39 durchnummerierten Essenzen enthält jeweils nur den Auszug aus einer einzigen Pflanze. Bis auf zwei Ausnahmen: Nr. 27 Rock Water und Nr. 39 Rescue Remedy ( Mischung aus 5 Blüten)

Die Blüten werden bei sonnigem Wetter gepflückt und in eine Schale mit Wasser gegeben. Dort bleiben sie einige Zeit. Die wässrigen Essenzen werden dann mit Alkohol konserviert und in kleine Fläschchen abgefüllt. Für die Anwendung verdünnt man das Konzentrat:


 


 

 

Tellington Touch

Ttouch vertieft Beziehung zwischen Mensch und Tier, baut Ängste und Spannungen ab und verschafft Wohlbefinden. Diese Methode geht auf die Amerikanerin Linda Tellington zurück.

Was sind TTouches?

Es handelt sich dabei um ein System von sanft kreisenden Berührungen auf der Haut des Tieres die in unterschiedlicher Intensität durchgeführt werden. Besondere Aufmerksamkeit wird den Ohren geschenkt. Um das System der kreisenden Bewegungen richtig auszuführen stellt man sich eine imaginäre Uhr vor. Man beginnt mit dem Finger auf dem Ohr oder einer anderen Körperstelle des Tieres und zeichnet 1 ¼ Kreise im Uhrzeigersinn: jeder Kreis von 6 Uhr bis 9 Uhr. Die Kreise verteilt man auf dem Rücken, Ohren, an den Beinen. Dabei kann man beruhigend mit dem Tier sprechen.


 

Wozu sind TTouches gut und was steckt dahinter?

Anwendungsgebiete:

  • Zur Unterstützung beim Eingewöhnen und Zähmen des Kaninchens

  • vor dem Zusammenbringen mit anderen Tieren

  • zur Beruhigung vor Tierarztbesuchen

  • während der Behandlung beim Tierarzt

  • Beim Aufwachen aus der Narkose

  • während Erkrankungen

  • zur Unterstützung bei Unpässlichkeiten, emotionalen Belastungen

  • nach Schock, Schreck oder anderen traumatischen Erlebnissen

  • zur Intensivierung der Beziehung zum Menschen

  • allgemeine Steigerung des Wohlbefindens

Bei TTouch geht es im Prinzip um Entspannung und Vertrauensförderung zum Tier. Wird es regelmäßig angewendet, hat es den Effekt der Konditionierung, da heißt, in akuten Stressituationen hilft diese Methode um das Tier zu beruhigen, weil es plötzlich mit etwas Vertrautem, schönen konfrontiert wird. Das kann bei besonders panischen Tieren sehr wertvoll sein, da man bei Tierarztbesuchen etc. den Stress und die Angst abbauen, mildern kann.

Linda Tellington wendet diese Methode bei sämtlichen Tieren an. Wenn Ihr mehr Infos sucht, dann schaut mal auf diese Internetseite

oder kauft Euch dieses Buch.

Quellen:Anne Warrlich „Meine Zwergkaninchen“ Verlag Kosmos RAT

Kastration

Was versteht man unter Kastration?

Bei dem Kastrieren entfernt man beim männlichen Tier den Hoden und beim weiblichen Tier die Eierstöcke. In der Regel werden nur Männchen kastriert, da der Eingriff beim Weibchen gefährlicher ist. Die Operation wird unter Vollnarkose durchgeführt. Nach der Kastration bleibt das Männchen noch bis zu 6 Wochen zeugungsfähig, weil sich noch Spermien in der Samenblase befinden. Man muss das Tier also noch für einige Zeit vom Weibchen trennen.

Eine andere Möglichkeit, die aber noch nicht überall durchgeführt wird, ist die Frühkastration.

Dabei werden Kaninchenböcke vor Eintritt der Geschlechtsreife operiert (8-10 Wochen) Vorteil der Methode: Man muss die Tiere nicht trennen, da das Kaninchen nicht mehr zeugungsfähig wird. Nachteil: Die Operation sollte nur von geübten Operateuren (die sich mit Frühkastration auskennen) durchgeführt werden, ansonsten ist die Methode gefährlicher (Schnitt tiefer in den Bauchraum da der Hoden vor der Geschlechtsreife noch nicht abgesunken ist).

Werden die Männchen kastriert, dann werden sie friedliche und ausgeglichene Tiere. Die Paarungswilligkeit der Kaninchenböcke geht verloren.


 

TIP : vor der OP

Man sollte 24 Stunden vor der OP kein frisches Grünzeug geben. Gut ist : Apfel, Möhre, Heu, gewohntes Trockenfutter

TIP: nach der OP

Im Käfig mal auf Einstreu für die ersten drei Tage verzichten. Eine gute Variante ist Küchenrolle oder Toilettenpapier. Da Kaninchen gerne an der Naht herum knabbern könnten leicht kleine Späneteilchen hineingelangen und Entzündungen hervorrufen. Große Sprungübungen sollte das Tier in den 3-4 ersten Tagen nicht machen – also erstmal weg mit dem Kletterspielzeug.


 

Kastration bei Weibchen

Das ist heute schon gar nicht mehr so üblich, denn es ist ein gefährlicherer Eingriff. Bei manchen Kaninchenweibchen ist die Scheinträchtigkeit sehr häufig und mit verschiedenen unangenehmen Nebenwirkungen verbunden. Die Weibchen sind bissig, Aggressiv und unruhig. Wenn dieses Verhalten sehr häufig auftritt, dann ist eine Kastration des Weibchens sinnvoll. Auch hier sollte man den Tierarzt nach Routine befragen um unnötige Risiken zu vermeiden.

 

weiterführende Links zum Thema Gesundheit

 

 

 


 

Anschaffung von Kaninchen

Fragen, die vor der Anschaffung unbedingt geklärt werden müssen!

Kann man ein Kaninchen überhaupt artgerecht halten?

Die im Handel angebotenen Käfige stellen keinen artgerechten Lebensraum für Kaninchen dar. Im Ratgeber werden Beispiele für einen naturnahen Lebensraum für Außenhaltung sowie Innenhaltung vorgestellt. Ist man zur Umsetzung, zur aufwendigen Pflege und entstehenden Kosten für bis zu 10 Jahren wirklich bereit?

Es liegt wohl an Missverständnissen durch die Nutztier- Kaninchenhaltung, dass es leider noch keine Selbverständlichkeit ist, Heimtier - Kaninchen so zu halten, wie es sein sollte. Bei Hunden oder Katzen sind diese Fragen nach meinen Erfahrungen viel geläufiger. Der Unterschied von Nutztier- und Heimtier – Kaninchen ist vielen nicht klar. Ein Haustier hat eine andere Lebenserwartung (10 Jahre) als es ein Nutztier je haben wird. Was nicht heißen soll, dass man Nutztiere halten kann, wie man will!!!

Ferienbetreuung

Kaninchen zu betreuen gehört immer in „fachkundige“ Hände. Man sollte frühzeitig eine gute, sorgfältig ausgewählte Pflegestelle wählen. Die Kosten dafür sollten in das Urlaubsbudget mit eingerechnet werden. Meist dienen sie sogar einem guten Zweck. Über Internet, Tierheime, Tierärzte oder private Kontakte kann man Pflegestellen finden. Internetadressen dazu gibt es auf dieser Webseite.

Allergietest

Bitte alle Familienteilnehmer vor der Anschaffung testen lassen!

Ein Tier ist keine Sache

Ein Tier ist ein Geschöpf der Natur und kein Artikel, was irgendwann zur Einrichtung nicht mehr passt. DESHALB;

Keine Spontankäufe

Kaninchen niemals kurzentschlossen kaufen:

  • aus einer Stimmung heraus

  • aus Mitleid

  • weil Kinder so drängen

  • als Geburtstagsgeschenk

  • weil sie jung so niedlich sind

  • weil jemand anderes seine Tiere los werden will

Spontankäufe oder Spontanübernahmen bringen es meist mit sich, dass man sich in dem Moment nicht bewusst ist, plötzlich Verantwortung für viele Jahre hinweg mit eingekauft zu haben.

Quelle:Ruth Morgenegg „Artgerechte Haltung – ein Grundrecht auch für (Zwerg-)Kaninchen“

 

Kinder und ihr Kaninchenwunsch

Die meisten Kaninchen, die in Tierheimen landen, kommen von gelangweilten Kindern und ihren frustrierten Eltern. Das Kaninchen einst so lieb und kuschelig, entwickelt plötzlich Macken und Unarten. Nachts knabbert es am Käfiggitter, klopft oder ist vielleicht aggressiv geworden, pinkelt und knabbert die Möbel an. Zu allem Überfluss hat der „Kaninchensitter“ vor dem Urlaub abgesagt – das Fass ist nun übergelaufen – das Kaninchen muss weg. So oder ähnlich verläuft das „Geschäft“ mit den Haustieren. Im Zooladen wird einem das blaue vom Himmel erlogen nur um guten Profit zu machen.

Dass Kaninchen sehr wohl anspruchsvolle Wesen sind, versuche ich auf dieser Webseite klarzustellen. Es hat Bedürfnisse -nagen, buddeln, Sozialkontakt zu anderen Kaninchen um nur einige zu nennen -, die man stillen muss, andernfalls gehen die „Unarten“ los. Kaninchen mögen nicht gerne hochgenommen werden, sie fangen plötzlich an mit ruckartigen Bewegungen und können sich und Kind dabei verletzen.

Man sollte seinem Kind prinzipiell nur dann Haustiere zugestehen, wenn man als Elternteil dazu bereit ist und auch Freude daran hat, die Mitverantwortung zu tragen. Es ist für Kinder nicht abschätzbar, was es bedeutet, sich 7 -10 Jahre lang um etwas tagtäglich zu kümmern. Ein Haustier , das muss man nicht nur auf eine Tierart begrenzen, ist keine Sache, die man bei Nichtgefallen ignorieren und irgendwann „entsorgen“ kann. Deshalb rate ich dringend, sich vorher über die inzwischen sehr reichhaltigen Angebote zu informieren und danach abzuschätzen, ob ein Kaninchen in Euer /Ihr Leben passt.

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Kosten

Im Verhältnis zum tatsächlichen Pflegeaufwand ist der Anschaffungspreis eines Kaninchens sehr billig Kaninchen 30 DM ja nach Rasse bis zu 70 DM und der Käfig um die 120 – 140 DM. Mit 150 DM ist man schon dabei ! Es ist leider so, dass genau dieser niedrige Kostenaufwand als Abschätzung für die zukünftigen Ausgaben hergenommen werden. Dem ist nicht so!

Rechenbeispiel für feste Kosten : 2 Zwergkaninchen kosten in der Woche:

Futter:

  • Obst, Gemüse 10 DM

  • Trockenfutter 3 DM

  • Heu 5 DM

Streu: Strohstreu 8 DM

Das sind ca. 26 DM pro Woche und schon 104 DM im Monat (1300 DM im Jahr)

Hinzu kommt:

  • Tierarztbesuch, (auch hier sollten wir keine Kosten scheuen um unserem Tier zu helfen) Impfungen, Kastration

  • Urlaubspflegevergütung

  • Reperatur angenagter Möbel, Kabel, Teppiche, Tapete etc.


 

Pflegeaufwand:

  • zwei mal in der Woche Stall ausmisten

  • zwei mal täglich füttern, frisches Wasser, Heu usw.

  • täglich das Verhalten beobachten (frisst es, geht es ihm gut?)

  • Wöchentliche Gesundheitskontrolle

  • Auslauf beobachten

  • Krallen und Fellpflege

Zu den einzelnen Punkten wird im Verlauf der Seite noch näher eingegangen.


 

Zum Abschluss

Kinder lernen im Umgang mit Tieren sehr sensibel und verantwortungsvoll zu sein. Es entwickeln sich starke Bindungen von beiden Seiten. Ich habe diesen Beitrag sehr kritisch geschrieben, ich möchte darauf hinweisen, dass ich kein Gegener davon bin, Kindern Haustiere anzuvertrauen. Mir ist wichtig, dass die Entscheidung Tier JA ODER NEIN gut überlegt, idealerweise zusammen mit dem Kind besprochen und getroffen wird. Im Sinne der Tiere! Für Fragen und Anmerkungen diesbezüglich, könnt ihr mich gerne kontaktieren.

Kaninchenkauf


 

Die Frage, woher man das Kaninchen nimmt, kann man mit verschiedenen Optionen beantworten.

Tierheim

Wer eine Kaninchenpärchen sucht, was sich gut versteht oder seinem bereits vorhanden Tier einen Partner holen möchte, ist im Tierheim sehr gut beraten. Dort warten Tiere auf ein gutes zu Hause, die oftmals einfach nur unüberlegt gekauft wurden und wieder abgegeben wurden. Viele Tiere sind kaum älter als ein Jahr. Das Klischee, dort nur verhaltensgestörte Tiere zu finden ist falsch. Es gibt immer Ausnahmen, aber das kann genauso bei einem Züchter oder Fachhandel passieren.

Vorteil Nummer eins: Die Tiere haben die nötigen Impfungen . Noch ein Vorteil: Die männlichen Tiere sind im Tierheim schon kastriert.

Tierheime online

Bunnyhilfe

Zoogeschäft oder Züchter

Ganz wichtig für die Gesundheit eines Kaninchens ist es, wenn es mindestens 9 Wochen alt ist. Ganz junge Tiere, die zu früh von der Mutter getrennt wurden, neigen zu Krankheiten. Man sollte es nicht unterstützen, jüngere Tiere zu kaufen – im Sinne aller Kaninchen. Leider bestimmt auch im Tierbereich die Nachfrage das Angebot. Also bitte Finger weg von Tieren unter 9 Wochen.

Man darf bei aller Freude nicht vergessen, dass die männlichen Tiere ab der 10 Woche schon geschlechtsreif sein können. Holt man sich also ein Pärchen aus dem Handel, dann muss man entweder eine Frühkastration in Betracht ziehen oder die Tiere vorerst trennen. Mehr Infos dazu unter Kastration!

Kaninchen von Bekannten / aus zweiter Hand

In Zeitungen und vor allem im Internet kann man fast täglich Angebote von abzugebenden Tieren lesen. Es handelt sich meist um unfreiwilligen Nachwuchs oder verlorenes Interesse am Tier. Wenn man sich wirklich sicher ist, einem solchen Tier ein gutes zu Hause zu geben – vor allem ein dauerhaftes- dann ist es auf jeden Fall eine gute Idee.

Tierflohmarkt

Zuhause gesucht

Tierwaisen


 


 


 

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